15. Februar 2009

straßenmusik

und wieder ein musiktipp...gestern eine nette band in der innsbrucker innenstadt getroffen
www.philadelphia-band.com

13. Februar 2009

schneeflockengrüße

juhuuu, seminar geschafft. zeit für prinzessinnenschlaf, lang frühstücken, paper schreiben im kaffeehaus oder hier im grillhof... valentinstagslieder singen.
und: nächste woche fahren wir nach salzburg zum holotropen atmen.
zwischen sommerakademieortskrise, professorverabschiedungstänzen, finanzantragsfertigstellung hinaus ins schneeflockengestöber voller lieder im kopf...wieder da.
freue mich auf mein nächstes halbes jahr in wien mit zeit zum lesen was ich schon immer lesen wollte schreiben was ich schon immer schreiben wollte, leute besuchen die ich schon lange besuchen will... und denke mir dass ich nicht mehr geld brauche dass ich mir keine sorgen machen muss, ich habe viele freunde viele möglichkeiten und alles zukunftsgute beginnt sowieso schon jetzt im moment. meine kreativität ist ja da und ich werde sowieso immer was spannendes zu tun finden und musik u liebe leute um mich...friedvolle schneeflockengrüße hinaus in alle weißgrauen winterwelten...

12. Februar 2009

kleine prinzessin

neben meinen vielen namen und namensabkürzungen die ich als langnamige elisabeth bekomme hab ich in den letzten wochen von meinen mitstudierenden einen neuen erhalten: der kleine prinz. in anderen sprachen little prince, principito, urine wangja (das ist koreanisch). ganz abgesehen von seiner männlichkeit fühle ich mich überaus geehrt durch den namen. als prinzinnenhaft in den augen meiner kollegInnen definierten mich meine langen spaziergänge in blauem mantel und gelber haube, die mich schweben machen. anlass genug mir zu überlegen was das märchen des kleinen prinzen für mich bedeutet. ich habe nachgelesen, von erwachsenen mit fixen vorstellungen von hüten, elefanten und schafen. über die reise des kleinen prinzen die ihn auf seltsame planeten führte. und darüber dass er auf der erde menschen suchte, freunde. und die antwort die er bekam vom kleinen fuchs: du siehst mit dem herzen. alles andere ist unsichtbar. und: du brauchst zeit um mit dem herzen zu sehen. freundschaft entwickelt sich mit der zeit und durch hinschauen - mit dem herzen – und durch dabei sein. der wille sich „zähmen“ zu lassen ist dazu voraussetzung.

ich mag das wort zähmen nicht. es klingt nach haustieren und nach einschränkungen. ich gebe antoine de sainte exupery recht darin dass zeitliches und empathisches engagement voraussetzung ist um freunde zu finden. oder einfach „da sein“ immer zur gleichen zeit. ich denke dass „da sein“ in der gruppe wesentlich ist um freunde zu finden. auch „da sein“ wenn ich mich nicht so wohl fühle. „da sein“ mit all meinen zweifeln und unsicherheiten. mit meiner nachdenklichen besorgnis rund um das gruppengeschehen und mit meiner besorgnis um andere menschen. kein grund mich darin zu verlieren, mich hinter anderen, oder gar in anderen zu verstecken! sobald ich nicht mehr da bin kann ich keinen platz einnehmen etwa weil ich von planet zu planet reise oder weil ich prinzessinnenmäßig über dem boden schwebe ohne mich festlegen zu wollen, ohne mich tatsächlich auseinandersetzen zu wollen mit den spannungen in der gruppe, mit dominanten persönlichkeiten, und mit meinen eigenen reaktionen auf mitstudierende.

sobald ich nicht mehr da bin können mich andere nicht gern haben, ich stehe nicht zur verfügung für beziehungen. sie betreffen mich nicht. ich bin abgeschottet versteckt hinterm vorhang, wartend auf bessere bedingungen und freundlichere gesichter die auf mich warten. nur, es wartet niemand. denn jedeR ist auf ihre/seine weise reisend unterwegs zwischen den planeten der identitäten, wenn auch innerhalb des glaskugel-exils das die peacestudies bieten.da zu sein ist meine erste verantwortung. auch wenn ich träume, wenn ich mich zurückziehe. träumen ist meine entscheidung, da sein ist meine entscheidung. und da sein ist voraussetzung für gruppenmitgestaltung. für die anwendung elizitiver methoden, die wir bei den peace studies lernen.
(aus meinem reflexionsbericht für modul 3)

zusammengerauft

...um anzuschließen an meine abhandlung über die dominanz möchte ich festhalten
- den dominierenden personen ist es in ihrer rolle selber nicht gut gegangen, und auch einem großteil der gruppe nicht...
- diese woche haben wir wieder alle die diskussionen mehr in die hand genommen und uns richtig gut gehalten, die fronten sind aufgelöst (bzw immer veränderbar), es gibt kaum mehr anschuldigungen u versteckte aggressionen
- zwischendurch in den pausen, an den abenden passierten und passieren viele kleine gespräche, umarmungen, andere versöhnliche gesten zwischen allen...
- wir haben ein gruppenklima erreicht in dem jedeR jederzeit alle meinungen ausdrücken & kontroverse statements vorbringen kann, auch direkte kritik an der diskussionsweise (meiner meinung nach...)
- die gruppe ist einfach nicht so eine kuschelgruppe, schließlich habe ich das in den letzten semestern kritisiert, und plötzlich fehlt es mir doch :-(
- außerdem glaube ich dass es doch zu einem gutteil am gruppen-interesse oder nicht-interesse an den laufenden inhalten liegt wie der diskussionsprozess abläuft, und, nicht nur an den inhalten sondern auch an der moderation, die der professor kaum in die hand genommen hat.

seminarzeit

ich habs genossen meine präsentation vorzubereiten und zu halten diese woche, einige der minuten in denen ich richtig hier und jetzt war während der zwei seminarwochen. zwischendurch fühlte ich mich als verschwendete ich zeit, als wäre ich abgeschweift in ferne gruppenanalysegedanken wobei ich am liebsten sowieso schon weg wollte...abends laufen und zimmerzusammensitzen ..irgendwie waren das keine sehr inspirierenden wochen. weder das thema packte mich so, noch die gruppendiskussionen, noch schaffte ich es selber voll anteil zu nehmen an dem was hier passierte. schade. das seminar bestand aus 2x3 h vorlesung jeden tag und diese woche hielten wir nacheinander allein(!) je eine präsentation (das sind insgesamt 30!) über je einen artikel in dem reader. die artikelzusammenstellung ist übrigens superspannend!!! amartya sen, khatami, arundhati roy, huntington, ---echt autorInnen von denen ich mehr wissen wollte und will. jedoch fand ich die unterrichtsform nicht ansprechend. einige der präsentationen waren spannend aber oft fand ich es mühsam zu folgen.
liegt es an mir wenn ich gelangweilt bin? wenn ich es nicht schaffe den inhalten zu folgen? ich denke teilweise. wahrscheinlich sind meine erwartungen nach den 2 1/2 peace study semestern haushoch und unerfüllbar, andererseits ertappe ich mich bei unruhigen zukunftsgedanken und eben den beschriebenen gruppendynamikanalysen...

gewaltfrei? entwickelt?

geärgert hat mich diese woche die definition von gewaltfreiheit unseres professors. die frage war unter anderem ob jener journalist der george bush mit schuhen bewarf gewaltvoll handelte oder nicht...(er wurde nach dem werfen seines schuhs niedergeschlagen und ist seither seit zwei jahren in gefängnis, angeblich sogar gefoltert..). in der weiteren diskussion meinte er, gewalt sei immer offensiv, also wäre implizit jeder akt der selbstverteidigung, auch wenn bewaffnet, gewaltlos!

oft mag die grenze wo die gewalt beginnt schwer zu definieren sein. jedoch deprimiert mich diese definition der gewaltlosigkeit überaus. warum studiere ich hier, mache mir gedanken über meine gedanken über meine sprache über die zusammenarbeit in der gruppe? wozu üben wir wochenlang giraffenfeedback ...um dann eine art der gewaltlosigkeit zu erreichen, die mit selbstverteidigung gleichzusetzen ist? sicher nicht! dabei habe ich einen revolutionäreren anspruch. und ich denke dieses peace studie programm hat den auch!

ein anderer punkt in dem ich ständig anderer meinung war betraf demokratisierung und modernisierung als lösungsvorschläge für muslimische gesellschaften. auf diese weise einfach zu undifferenziert. wir brauchen entwicklung! bildung! muslimische gesellschaften sind - bis auf wenige eliten - ungebildet, sagt unser professor. im moment blühen konservative koranschulen, die koran-interpretationen lehren anstatt allgemeinbildung...ja das mag stimmen, trotzdem waren mir viele der kommentare viel zu generell und ich finde es schwer ein derartiges bild über muslimische gesellschaften generell hinzunehmen. will das nicht. entwicklung als schlagwort zu akzeptieren, als lösungsansatz für pakistan (zb) finde ich nach all den kritischen auseinandersetzungen und vor allem innerhalb dieses studiums nicht möglich. nein danke.

was gut war und wir viel besprochen haben war die kritik an der aufrüstung, an den atomwaffen, und die rolle von ngos in der anti-nuclearwaffenbewegung. jaja, es waren einige themen ganz interessant, mein referatsthema war migration..

hundebabies & eisige kälte

...gleich unter dem artikel mit den 26 armen schutzsuchenden welpen, heldenhaft gerettet von der tiroler polizei, einige peace students zusammengekauert im schnee bedroht von vermummten kerlen mit gewehren: titel: bundesheer trainert un soldaten in eisiger kälte. tiroler kronenzeitung, 11.2.09, seite 7. das gab einige aufruhr. auf unserer bundesheerwoche war eine jounalistin mit dabei, sie wollte für die wochenendbeilage der krone einen netten bericht über unser mission training beim bundesheer machen. stattdessen erschien der bericht mittwochs u hört sich an, als wären wir un-soldatInnen die im tiroler hochgebirge bei eisiger kälte schikaniert wurden in vorbereitung auf unesco missions - die es gar nicht gibt.

ich kann dazu nur sagen: das training beim bundesheer ist einer der höhepunkte in der peace study ausbildung. logistisch wahnsinnig gut geplant und wir sind dort herzlich und bestens aufgehoben. herzlichen dank major general bauer, major elmer und major rott :-)